• Externsteine

    17.09.25

    Projektbeginn
    Keine Windräder im Naturpark Eggegebirge / Teutoburger Wald

    Worum geht es?

    Aus: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/protest-windraeder-eggegebirge-teutoburgerwald-100.html
    Gekürzt

    „22.01.2025 Protest gegen Windräder im Naturpark Eggegebirge / Teutoburger Wald“

    „Der Landesverband Lippe, Prinz zur Lippe und weitere Investoren planen insgesamt 33 neue Windkraftanlagen im Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald.“

    Im Artikel werden diejenigen die das nicht wollen so beschrieben: „Sie befürchten, dass dadurch die Natur zerstört wird und der Tourismus leidet.“

    „Der Landesverband Lippe will mit den Windkraftanlagen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Jörg Düning-Gast vom Landesverband: „Wir brauchen Windkraft und wollen unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Klimaerwärmung ist ja viel gefährlicher für die Artenvielfalt.„“

    Mein Einspruch: Ein Windrad ist kein Beitrag zum Klimaschutz, da ja für die Produktion derer, woanders auf der Welt Kohle abgebaut wird und Luft keine Grenzen hat.

     

    „“Ich verstehe die emotionalen Gründe gegen die Windräder, aber für uns kann es nicht um die emotionalen Gründe gehen.“ Jörg Düning-Gast, Landesverband Lippe“

    Laut ihm seien Windkraftanlagen in Waldgebieten sogar besser, weil sie weit weg von Wohngebieten liegen und keine Anwohner stören. Er sagt auch, dass es keine Statistiken geben würde, die belegen, dass der Tourismus unter dem Bau von Windrädern leiden würde.“

    Es gibt noch keine Studien über beide genannten Fakten, behaupte ich jetzt mal, weil es noch zu neu ist.

    „Die Gegner der Windräder – darunter Naturschützer, Wirtschaftsförderer sowie die Stadt Horn-Bad Meinberg – sagen, dass die Flächen die schönsten Ecken des Lipperlandes seien und die Windräder sowohl die Attraktivität der Region als auch die Fauna und Flora beeinflussen würden. Ob die Windräder tatsächlich gebaut werden, entscheidet der Kreis Lippe. Der prüft gerade, ob der Bau der Anlagen auf den Flächen des Naturparks Eggegebirge und des Teutoburger Waldes umweltverträglich wäre und, ob zum Beispiel die Tier- und Pflanzenwelt dadurch zu sehr bedroht sein könnte.“

    Aus: https://bielefeld.bund.net/service/meldungen/detail/news/bund-gegen-geplante-windparks-im-teutoburger-wald/

    „BUND gegen geplante Windparks im Teutoburger Wald

    18.7.25

    BUND: „Bereiche zum Schutz der Natur“ und ökologisch wertvolle Waldflächen müssen Tabuflächen für Windenergie sein. Mögliche Nationalpark-Kulisse betroffen. Klage des BUND NRW gegen Windpark im Teuteburger Wald.

    Der BUND kämpft seit vielen Jahren für den Atomausstieg und gegen klimaschädliche Kohlekraftwerke. Ohne den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Energiewende nicht gelingen. Wir können in Deutschland vor allem in der Windenergie und der Photovoltaik (Solarenergie) noch deutlich mehr Kapazitäten schaffen. Einen Ausbau um jeden Preis darf es bei der Windenergie aber nicht geben, dieser muss naturverträglich gestaltet werden.“

    Der BUND ist gegen Windkraftanlagen, wenn sie nicht naturverträglich sind. Welche Windkraftanlagen sind naturverträglich in Deutschland?

    „Deshalb hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)  jetzt  beim Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster eine Klage gegen die Genehmigung von 7 Windanlagen auf der Gauseköte im Teutoburger Wald eingereicht.

    Der Prinz zur Lippe plant in seinem Wald bei Detmold einen Windpark.

    Geplant ist die Beanspruchung von ca. 400 ha Wald, nach Angaben der Antragsteller angeblich nur auf geräumten Fichtenflächen entlang der Straße Gausekötte zwischen Schlangen und Detmold.

    Die Aufstellbereiche liegen voraussichtlich direkt am Naturschutzgebiet, dem FFH-Gebiet (europäisches Schutzgebiet in Natur- und Landschaftsschutz) und dem Vogelschutzgebiet.“

    Lol, sorry. (wegen dem Vogelschutzgebiet)

    „Auch wenn Anlagen laut Planung auf Freiflächen aufgestellt werden sollen, muss für die Erschließung ökologisch wertvoller Wald gerodet werden. Zudem hat sich auf den angeblichen „Kalamitätsflächen“ überwiegend längst wieder über Naturverjüngung Laubmischwald angesiedelt.

    Die gesamten betroffenen Waldflächen sind laut Regionalplan als „Bereich zum Schutz der Natur“ (BSN) ausgewiesen. Sie sind damit pozentiell zukünftiges Naturschutzgebiet. Der BUND schließt in seinen Empfehlungen den Bau von Windnergieanlagen in BSN aus.“

    Könnte bedeuten, dass diese Flächen schon zur Renaturierungsgesetzvorgaben bereitgestellt sind?

    „Die Naturschutzverbände in NRW kämpfen seit Jahren für einen Nationalpark in OWL. Dieser kann sowohl mit Flächen im Teutoburger Wald und der Egge, als auch mit den Bundes-Flächen des Truppenübungsplatzes Senne an den Start gehen. Nach LANUV-Gutachten sind sowohl die Waldflächen im Teutoburger Wald und dem Eggegebirge, also auch der Truppenübungsplatz Senne  für eine Nationalpark-Ausweisung naturschutzfachlich geeignet. Wird jetzt im Grenzbereich zwischen öffentlichem Wald im Osten und dem NSG Östlicher Teutoburger Wald im Westen ein großer Windpark gebaut, wird diese Perspektive torpediert.

    Der BUND fordert im Sinne eines wirksamen Arten- und Biotopschutzes im Wald die Herausnahme von mindestens 10 % der Waldflächen bzw. 20 % der öffentlichen Wälder aus der Nutzung. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, die naturschutzfachlich besonders wertvollen Wälder des Teutoburger Waldes konsequent zu schützen.

    Aus diesen Gründen sollte der Teutoburger Wald zwischen Oerlinghausen und dem Eggegebirge, der schon zu über 80 % als Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet geschützt ist,  komplett von Windparks frei bleiben.“

     

    Also dass macht echt total Sinn. Da gibt es so einfach jetzt die Möglichkeit ein Naturschutzgebiet auszuweisen, was extrem rar ist. Jetzt muss Deutschland aber mal gucken, wo die denn eigentlich nun diese Gebiete ausweisen, renaturieren? Oder wird dann irgendwann gesagt: ups nicht geschafft.

    Da kenne ich mich noch nicht so aus mit den Bestrafungen. In der Geschäftswelt ist es manchmal günstiger eine Strafzahlung in Kauf zu nehmen als sich Rechtskonform zu verhalten.

     

    Aus: https://www.topagrar.com/energie/news/streit-wegen-windkraft-im-teuto-20012926.html

    29.3.25
    „In der Teuto-Region lösen Projekte für Windkraft heftigen Gegenwind aus. Dem Kreis Lippe liegen Voranträge vor. Die Politik ist gegen die Pläne der Investoren, genau wie Bürger und Naturschützer.“

    Die haben eine geile Fotomontage gemacht wie die Externsteine mit Windrädern dahinter aussehen. Wow krass, da bleibt mir im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg bei diesem Anblick. Nee, das geht nicht. Echt nicht. 263m hoch sollen die werden.

    „Der Landesverband Lippe, kurz LVL, sieht Windkraftanlagen im Wald ganz anders. Nämlich als ­eine Chance, Geld in seine leere Kasse zu spülen. Nach eigener Aussage steht der Landesverband seit vielen Jahren finanziell unter Druck. Man spart, wo es geht: Beispielsweise hat die Institution mit Sitz in Lemgo beim Personal von 1300 Stellen im Jahr 1975 auf 160 im Jahr 2025 abgestockt. Heute denkt man zudem für jedes Grundstück darüber nach, wie die Wirtschaftlichkeit verbessert werden kann – vorrangig für die Waldflächen. Der Verband besitzt 15.700 ha Wald. Doch die Waldwirtschaft ist ein Minusgeschäft. Dem Landesverband ist durch das Waldsterben ein Großteil des gesamten Nadelholzgeschäftes weggebrochen.“

    Gut, also der Verband Lippe braucht Geld. Gelder von der EU / Deutschland für die Ausweisung von Naturparks sind wohl nicht so üppig, jedoch ein Windrad schon. Immerhin ist es der 10 fache Monatsgewinn gegenüber Waldwirtschaft (jedenfalls in einem anderen genannten Bsp hier auf dieser Seite).

    Was in dieser Rechnung nicht vorhanden ist.
    Was ist denn in 70 Jahren? Wer ist verantwortlich für den Rückbau? Ist Ensiegeln dann auch hier in diesem Bsp nicht verpflichtend vom Aufsteller zu erledigen? Bzw wenn der pleite geht, dann kann der auch nichts mehr entsiegeln oder abbauen.  Dann hat der Landkreislippe auf ewig diese toten Stahlkolosse da stehen.

    Anscheinend war das Nadelholzgeschäft wichtig für den Landkreis, den es nun nicht mehr gibt, wegen der Monokulturen.

    Think Tank kreieren für Lippe womit die Geld verdienen könnten. Damit es keinen Grund gibt auf das Schreckenszenario zurückgreifen zu müssen. Das wäre doch mal eine tolle Bürgerinitiative vor Ort. Die Bürger überlegen gemeinsam wie Lippe wieder Geld reinholen kann. Für.. Ja für was wäre auch interessant.

    Schule, Kindergarten, Krankenhaus, Bücherei…….für sowas?

    „Der LVL beziffert sein Defizit seit 2018 auf 19 Mio. €.

    Der LVL plant gemeinsam mit der Lackmann Phymetric GmbH, Paderborn.
    Die Pläne wurden im November 2024 bekannt.“

    Schon eine crazy Summe. 19 Millionen Euro hat der Landkreis weniger durch kein Holzverkauf mehr. Echt? Jährlich?
    Also müsste es eine Einnahmequelle geben, die über 1 Mill. € im Monat bringt.

    Nicht schlecht mit Holzverkauf hat Lippe täglich 52.777€ verdient, das ganze Jahr über? Hm. Krass.

    Aus: https://www.horn-badmeinberg.de/Politik/Stellungnahmen-zur-Windenergieplanung/

    „Stellungnahmen zur Windenergieplanung des Landesverbandes Lippe“

    Stand: 08.04.2025

    Ende November wurde bekannt, dass der Landesverband Lippe die Errichtung von bis zu elf Windenergieanlagen im Bereich Leopoldstal und auf dem Bauernkamp plant“

    „Hinzu kommen dreizehn Anlagen westlich der Externsteine, die von der Kasseler Städtische Werke Aktiengesellschaft in Kooperation mit dem Landesverband Lippe im Dezember beantragt worden sind. Von diesen befinden sich vier im Stadtgebiet Horn-Bad Meinberg und neun im Gemeindegebiet Schlangen.

    Politik und Verwaltung der Stadt Horn-Bad Meinberg lehnen die Planungen des Landesverbandes Lippe geschlossen ab. Da die Planungen in Konflikt mit dem Regionalplan OWL stehen, der für die Flächen Waldgebiete ausweist, in denen Windkraft nur in Ausnahmefällen und nur mit Zustimmung der Kommune möglich ist, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Liegenschaften das gemeindliche Einvernehmen versagt.“

    Wie sich auf der Informationsveranstaltung in der Burgscheune am 10.12.2024 gezeigt hat, lehnt auch der Großteil der Horn-Bad Meinberger Bürgerinnen und Bürger die Windkraftanlagen an diesen Standorten ab.

    Auch zahlreiche Institutionen, Vereine und Verbände haben sich mit Stellungnahmen geäußert. Diese Stellungnahmen werden von der Stadt Horn-Bad Meinberg an dieser Stelle veröffentlicht. Weitere Stellungnahmen können unter post@horn-badmeinberg.de eingereicht werden.

    Neben den Anlagen auf den Flächen des Landesverbandes Lippe, gibt es noch weitere Anträge zur Errichtung von Windkraftanlagen. Der Kreis Lippe hatte zunächst den Antrag für sieben Anlagen auf der Gauseköte abgelehnt. Nach einem Erörterungstermins vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster, das in der Sache überraschender Weise anderer rechtlicher Auffassung ist als der Kreis Lippe und die Bezirksregierung Detmold, hat der Kreis die sieben Anlagen gehenmigt, um Schadensersatzansprüche in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags abzuwenden.“

    Ohha. Interessant. Welche Schadensersatzansprüche? Klimaziele?

    Die Stellungnahmen kopiere ich einfach rein ohne Kommentar.

    Übersicht Stellungnahmen

     

    Wirtschaftsförderung der Stadt Horn-Bad Meinberg

    Marion Wessels, Wirtschaftsförderin

    13.01.2025

    Natur und Gesundheit liegen voll im Trend. Die Region Teutoburger Wald – auch als „Heilgarten Deutschlands“ bezeichnet – kann hier viel in die Waagschale werfen. Besonders im ländlichen Raum Ostwestfalen-Lippes ist der Gesundheitstourismus ein wirtschaftlich bedeutsames Marktsegment. Horn-Bad Meinberg kann hier als Kurort und prädikatisiertes Heilbad von der Bekanntheit seiner Sehenswürdigkeiten (Externsteine, Velmerstot, Silberbachtal) profitieren und mit seinem wertvollen Naturraum punkten. Noch. Denn diese Naturschätze sind gefährdet, sollten die Windkraftplanungen des Landesverbandes Lippe realisiert werden. Zwar bieten die Höhen von Teutoburger Wald und Egge durchaus günstige Standortfaktoren für Windenergie, diese natürlichen Ressourcen sind aber eben auch natur- und gesundheitstouristisch – und damit gesamtwirtschaftlich, besonders attraktiv. Ein klassischer Zielkonflikt.

    Nach der Kurorte-Krise in den 1990er Jahren hat sich Horn-Bad Meinberg neu aufgestellt, weg von der Kur, hin zu Gesundheit, Naturerlebnis und Wellness. Horn-Bad Meinbergs gesundheitstouristischer Sektor schafft Arbeitsplätze und Einkommen, nicht nur in Gastgewerbe und Reisedienstleistungen, sondern auch in verwandten Branchen wie Einzelhandel und Transport. Er wirkt als Wachstumsmotor, regt Investitionen in die Infrastruktur an, fördert eine positive Standortentscheidung für Unternehmensansiedlungen und hilft bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften nach dem Motto „Da wohnen und arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Dieser vielschichtige Einfluss zeigt, wie grundlegend der Gesundheitstourismus für die Wirtschaftsentwicklung der Stadt ist.

    Wenn wir also die finanziellen Einzelinteressen des Landesverbandes Lippe in Abwägung zur strategischen Gesamtausrichtung der Stadt Horn-Bad Meinberg und damit der Gesundheitsregion OWL betrachten, liegt eine Lösung des Zielkonfliktes klar auf der Hand: Keine Windkraftanlagen auf dem Höhenzug von Teuto und Egge!

    BUND-Ortsgruppe Lippe-Südost

    Nicole Heithecker

    13.01.2025

    Der BUND-NRW begrüßt die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen zur Energiewende ausdrücklich. Dazu gehört als Brückentechnologie auch die Windenergie. Hierbei ist die Standortwahl entscheidend für die inzwischen bis zu 280 Meter hohen Anlagen.

    Allerdings darf der Artenschutz nicht dem Klimaschutz geopfert werden! Beides muss gleichberechtigt nebeneinander verfolgt werden! Wahrhaftiger Klimaschutz muss alle Belange, wie insbesondere die CO2- Speicherkapazität intakter Waldflächen, abwägen.

    Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge ist der ökologische und natur-touristische Schatz Lippes und laut Bundesamt für Naturschutz einer der letzten Hotspots der Artenvielfalt in unserem Land.

    Ein schmaler, aber langgezogener Wildkorridor, zu Lande, wie in der Luft. Ein Biotop-Verbund und Refugium für viele Tiere, insbesondere auch schützenswerte und wertvolle Arten, wie Fledermäuse, Feuersalamander, Uhu etc..

    Ein nicht zu vernachlässigendes Argument für die Bewahrung, ist aber auch das Erholungspotenzial für den Menschen

    „Horn-Bad Meinberg übererfüllt mit 24 Windenergieanlagen (bisher keine davon im Wald) bereits heute die Ausbauziele für 2027 und 2032 und hat weitere Standorte in Übereinstimmung mit der Regionalplanung in der offenen Landschaft vorgesehen.

    Entgegen der Regionalplanung, sowie demokratisch legitimierter Entscheidungsprozesse und dem erklärten Willen der Stadt Horn-Bad Meinberg, planen der Landesverband Lippe und Stephan Prinz zur Lippe rechtlich äußerst fragwürdig, 33 Windindustrieanlagen von im industriellen Maßstab (263m Höhe) auf Kosten des ökologischen und natur-touristischen Tafelsilbers Lippes.

    Aus diesen Gründen sollte sich der Landesverbandes Lippe auf seinen konservatorischen Auftrag besinnen, den ihm die lippischen Landesväter bei Gründung einst zugedacht hatten:

    Zum Hüter und Bewahrer des Teutoburger Waldes und weiterer Liegenschaften des ehemaligen Fürstentums hatte man ihn damals als Verband gegründet, damit er die regionalen Schätze treuhänderisch im Sinne der lippischen Bürger bewahren sollte.

    Nun wird diesem Windkraftprojekt so große Ablehnung aus der Bevölkerung entgegengebracht, dass dem LVL hoffentlich bewusst wird, dass er nicht mehr im Sinne seiner eigentlichen Bestimmung und seiner Statuten handelt.

    Jedoch gehört Raumplanung – insbesondere auch in Bezug auf die Standorte von Windenergieanlagen, in die öffentliche Hand – nicht in die von profitgeleiteten Unternehmen (mit denen der LVL hier kooperiert).

    Den Verlockungen des leicht verdienten Geldes nachzugeben, ist inakzeptabel und gefährdet obendrein die, nach langjährigen gesamtgesellschaftlichen Abwägungen durch den Regionalplan OWL erreichte gesellschaftliche Befriedung in der Frage von Windenergiestandorten.

    Wir erwarten vom Landesverband Lippe, wie auch von Stephan Prinz zur Lippe, dass sie ihre jeweiligen Planungen für lukrative Windparks in den geschützten, hochsensiblen und ökologisch extrem wertvollen Kernbereichen des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge umgehend zurückzunehmen.

    Weiterhin fordert die BUND-Ortsgruppe Lippe-Südost sämtliche Verantwortliche in Politik und Verwaltung auf Bundes- Landes-, Bezirks- und Kreisebene zum sofortigen Handeln auf, um den hier zu Tage getretenen, ausschließlich profitgetriebenen Auswüchsen umgehend geeignet und nachhaltig Einhalt zu gebieten.“

    Schmelz…. 🙂

    Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V.

    Hans Jürgen Wessels, Vorsitzender

    13.01.2025

    Fassungslos! Ich kann nicht glauben, dass die Delegierten der Verbandsversammlung das in Kenntnis der Umstände beschlossen haben. Da wird vom Landesverband Lippe (LVL) der Bau von 25 Windkraftanlagen (WEA) im feinsten Naturraum am Silberbachtal, Bauerkamp und nahe der Externsteine geplant, dort wo

    • geologische Besonderheiten ungewöhnlich vielfältige Lebensräume geschaffen haben,
    • die großen Naturräume Teutoburger Wald, Senne und Eggegebirge zusammentreffen,
    • sich besonders viele Tiere im Wechsel zwischen diesen Naturräumen bewegen.

    Seit langer Zeit ist diese vielfältige Landschaft nicht nur ein Eldorado für Flora und Fauna, sondern darüber hinaus auch eine ausgesprochen beliebte Region für unzählige Menschen, die für einige Stunden ihrem Alltag entfliehen, um natürliche Stille und das intensive Gefühl scheinbar noch ursprünglicher Natur zu genießen. Fachlich handelt es sich zu Lande und in der Luft um ein bedeutendes Wandergebiet für Wildtiere und zugleich um einen der 30 anerkannten deutschen Hotspots der Artenvielfalt, den einzigen in OWL, den einzigen, der NRW nicht nur am Rande berührt. Wenn man irgendwo in OWL keine WEA bauen sollte, dann doch vor allem in diesem Gebiet. Das macht im Übrigen auch der erst im vergangenen Jahr verabschiedete Regionalplan sehr deutlich. Und an diesem „Leitbild für OWL“ hatte der LVL durch umfangreiche Stellungnahmen konstruktiv mitgewirkt. Dass diese, über 10 Jahre mit ungezählt vielen Beteiligten mühsam erarbeiten und am Ende vom Regionalrat beschlossenen Raumplanungen, von einem Beteiligten – noch dazu von einer öffentlichen Körperschaft – schon nach wenigen Monaten konterkariert werden, hätte ich vor einigen Wochen noch für undenkbar gehalten. Warum hat die Landesverbandsversammlung so entschieden? Ignoranz? Unwissenheit? Wurden die Delegierten möglicherweise unzureichend oder falsch informiert? Wir werden in OWL mehr und schneller Flächen für die Windenergie ausweisen, als im Rahmen der nationalen Planung von uns erwartet wird. Es geht hier folglich nicht um den Erfolg der Klimawende, sondern ausschließlich um wirtschaftliche Interessen. Diesen sollen die herausragend wichtigen Lebensräume, wertvollen Naherholungsgebiete und wunderschönen Landschaftsbilder geopfert werden sollen. Alle Verfahrensbeteiligte – allen voran die Delegierten des LVL – sollten das in ihrer Macht stehende unternehmen, um dieses fatale Vorhaben zu stoppen.

     

    Kulturausschuss Leopoldstal e.V.

    Andreas Brinkmann, Vorsitzender

    13.01.2025

    Horn Bad-Meinberg ist eine von mehreren Städten im Kreis Lippe. Bekannt ist sie insbesondere durch ihre malerische Lage am Rande des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges. Die Externsteine und die Lippische Velmerstot, welche von einer Heidelandschaft und Sandsteinfelsen umgeben ist, sind nur zwei der Hotspots, die die Stadt Horn Bad-Meinberg umgebenen und den Naturpark bilden.  Horn Bad Meinberg bedeutet: unberührte Natur erleben!

    Dass wir sehr gerne – und viele von uns seit Generationen – in Horn Bad-Meinberg wohnen und leben, liegt insbesondere an der facettenreichen Natur in Form hiesiger Wälder. Einerseits sind sie für viele Bürgerinnen und Bürger der Grund dafür, sich heimisch zu fühlen und seit Generationen zu bleiben. Andererseits stellt die ihresgleichen suchende Natur einen Ausgangspunkt dafür dar, dass in den letzten Jahren Familien hinzugezogen sind, die Stadt bereichern und sich in ihr engagieren.

    Die Wälder rahmen unsere Stadt und machen sie zu einem lebenswerten Ort, der neben einer idyllischen Heimat auch ein wichtiges touristisches Ziel darstellt. Die Hotspots ziehen jährlich eine Vielzahl an Besucherinnen und Besuchern nach Horn Bad-Meinberg. Allein die Externsteine werden jährlich von ca. einer halben Million Menschen besucht.

    Durch das Vorhaben des Landesverbandes sehen wir die spezifische Charakteristik unserer Stadt und somit ihre Attraktivität für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, ebenso für potenzielle Besucherinnen und Besucher, stark gefährdet. Das Agieren des Landesverbandes kann daher nachvollziehbarerweise als „Angriff“ des zentralen Merkmals und somit der Identität der Stadt Horn Bad Meinberg verstanden werden.

    Als ehrenamtlich Engagierte im Kulturausschuss Leopoldstal e.V. sind wir gewohnt, dass wir uns gemeinsam mit einer Vielzahl an Bürgerinnen und Bürgern (u.a. organisiert in Vereinen etc.) dafür einsetzen, Horn Bad Meinberg als attraktiven Wohn- und Lebensort zu gestalten, für jung und alt. Dabei arbeiteten wir bisher Hand in Hand mit der Stadt und politischen Vertreterinnen und Vertretern. Ein wertschätzendes und transparentes Miteinander sind wird gewohnt, auch bei potenziellen sachlichen Uneinigkeiten, und das wertschätzende Miteinander ist die Motivationsquelle einer Vielzahl an ehrenamtlichen Bemühungen. Als ehrenamtlich Engagierte im Kulturausschuss Leopoldstal e.V. trifft uns der „Angriff“ des Landesverbandes sehr. Er wird auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern als „hinterrücks“ wahrgenommen. Wir sind betroffen und enttäuscht, da der Landesverband seine Absicht im Vorfeld nicht teilte und somit beispielslos schonungslos gegen die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger agiert. Ein Informieren und „Mitnehmen“ wäre aus unserer Sicht das Mindestmaß eines gemeinsamen Einsatzes für die Stadt und somit auch für den Kreis Lippe.

     

    GesUndTourismus Horn-Bad Meinberg GmbH

    Thorsten Brandt, Geschäftsführer und Kurdirektor

    13.01.2025

    Der Wald, die örtliche und die Umgebungsnatur mit ihren zahlreichen Wanderwegen sollten insbesondere aus touristischer Sicht erhalten bleiben. Die Gesamtanzahl der geplanten Windkraftanlagen in ihrer Größe und deren Gesamtdimension verändern hier das Gesamtbild intensiv und beeinflussen potenzielle Urlauber bei der Entscheidung der Destination ihres nächsten Erholungsaufenthalts. Dies hat für uns negative Auswirkungen.

    Ein Naturtourismus mit diesen Mega-Windkraftanlagen ist in der Vermarktung schwer zu vermitteln. Welcher Wanderer hat Lust sich von Windkraftanlagen umgeben in der Natur zu bewegen.

    Seit einiger Zeit schreiten wir mit allen Akteuren im Ausbau eines qualitativen Tourismus mit Erfolg voran. Dabei hilft uns das zukünftige Erscheinungsbild der Region mit noch mehr Windkraftanlagen nicht, sondern wäre aus meiner Sicht ein Rückschritt für den Tourismus.

    Die geplante Anzahl und Größe der Anlagen sind mit dem Tourismus und dem Hintergrund des Naturerlebnisses und der Erholung/Ruhe im Widerspruch. Im Hinblick des Landschaftsbildes und der Erwartungen der Urlauber, ist eine übermäßige Anzahl von Windkraftanlagen nicht förderlich.

    Insgesamt ist eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Naturtourismus und der Notwendigkeit, erneuerbare Energiequellen zu fördern, erforderlich.

     

    Nationalparkfreunde OWL e.V.

    Günter Till, Peter Allroggen und Diana Ammer, Vorstand

    13.01.2025

    Wir haben einen Traum. So wie Prof. Dr. Grzimek einst für die Serengeti kämpfte, so wollen wir Nationalparkfreunde OWL e.V. uns für einen dauerhaft geschützen Wald zwischen Marsberg und Osnabrück einsetzen.

    Unser als gemeinnützig anerkannter Verein mit Sitz in Horn-Bad Meinberg hat sich vor eineinhalb Jahren gegründet, um sich insbesondere für die Flächen im Bereich des Eggegebirges und des Teutoburger Waldes einzusetzen. Wir wollen wissenschaftlich fundiert die Diskussionen zum Erhalt der Natur in unserer Heimatregion bereichern und versachlichen und sehen es als unsere Verpflichtung an, uns dafür einzusetzen, unser Naturerbe für künftige Generationen zu erhalten.

    Wir positionieren uns daher klar gegen die 33 riesigen Windenergieanlagen zwischen Gauseköte und Silberbach, die der Lippische Landesverband und das Fürstenhaus Lippe dort im Herzen unserer kostbaren Natur errichten wollen.

    Durch Aufstellflächen, riesige Fundamente und aufwändigen Zuwegungen wird großflächig der sensible Gebirgskamm mit seinen verschiedenen Waldfunktionen dauerhaft und zum Teil unwiederbringlich versiegelt und damit zerstört.

    Neben den Auswirkungen auf den Teutoburger-Wald-Tourismus mit Herannsdenkmal, Externsteinen, Adlerwarte Berlebeck und andere Destinationen, die neben den bis zu 263m hohen Anlagen zwergenhaft erscheinen, bedrohen diese Planungen einen erheblichen Teil der nordwesteuropäischen Fledermauspopulationen, die in den Höhlen im Bereich von Horn-Bad Meinberg ihre Überwinterungsquartiere haben.

    2006 wurden die Externsteine in die Liste der bedeutendsten Nationalen Geotope aufgenommen. Sie zählen seitdem wie die Insel Helgoland, das Wattenmeer oder die Kreidefelsen auf Rügen zu den bedeutensten Geotopen der Bundesrepublik Deutschlands.

    Der Erhalt und der Schutz des Waldes und der gesamten Natur auf den Kammlagen sind neben dem Tourismus und die Naherholung elementar für den Erhalt des Staatsbades Bad Meinberg und die Entwicklung des staatlich anerkannten Luftkurortes Holzhausen-Externsteine.

    Im Namen der Energiewende und des Klimaschutzes darf nicht das zerstört werden, was wir erhalten wollen: Wälder und Naturlandschaften als CO2-Speicher und in ihrer einzigartigen Bedeutung für Menschen, den Artenschutz und die Biodiversität.

    Wesentliche Ziele für den Schutz des Klimas, der Artenvielfalt und der Natur werden so konterkariert und die Bestrebungen an anderer Stelle zunichte gemacht.

    Alle vorgesehenen Standorte sind ungeeignet, der alte und der zukünftige Regionalplan werden genauso ignoriert wie demokratische Entscheidungsprozesse.

    Das einzige Kriterium der Planungen für Standort, Anzahl und Größe der Anlagen scheint der höchstmögliche Windertrag, also maximal zu erwartende Profite zu sein. So entsteht eine Industriefläche zu Lasten der Pflanzen und Tiere des Waldes in den Bereichen, die laut Landesentwicklungsplanungen als Bereiche für den Naturschutz (BNS) und als Wasserschutzgebiete vorgesehen sind und damit eigentlich für Windkraftanlagen tabu sind.

    Dabei hat insbesondere der LVL laut seinen Punktationen, aber auch Stephan zur Lippe die tatsächliche und moralische Pflicht, den ihnen anvertrauten bzw. vererbten Wald, unser aller Erbe, für die nächsten Generationen zu erhalten .

    Man will hier offensichtlich eine vermeintliche Gesetzeslücke auszunutzen und brandmarkt jeden Widerstand dagegen als sinnlos oder rechtswidrig, um Vorbescheide auf die Schnelle zu erreichen, die dann kaum noch zu stoppen sein werden.

    Diese Vorgehensweise ist falsch und gefährdet den gesellschaftlichen Konsens weit über das Thema Windenergie und Klimawandel hinaus.

    Wir fordern alle Menschen auf, den der Erhalt unserer Lippischen Heimat und unser Naturschatz am Silberbach, an der Hohlsteinhöhle und an den Externsteinen am Herzen liegt, unsere Petition zu unterschreiben: https://www.openpetition.de/!frljk

     

    Yoga Vidya e.V.

    Sukadev Bretz, Leiter

    13.01.2025

    Als Leiter von Yoga Vidya begrüße ich den Ausbau regenerativer Energien ausdrücklich. Unsere Gäste, die oft ein starkes ökologisches Bewusstsein mitbringen, unterstützen diese Entwicklung ebenfalls. Gleichzeitig kommen sie zu uns nach Bad Meinberg, um in der Ruhe und unberührten Natur Kraft zu tanken, spirituelle Erfahrungen zu machen und sich zu erholen.

    Der Bau von Windkrafträdern im Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald, etwa am Silberbachtal, könnte das empfindliche ökologische Gleichgewicht stören und die besondere Atmosphäre dieser Landschaft beeinträchtigen. Gerade für Menschen, die Erholung und spirituelle Inspiration suchen, ist diese natürliche Umgebung von unschätzbarem Wert.

    Ich appelliere daher an die Verantwortlichen, alternative Standorte zu prüfen, die sowohl die Energiewende voranbringen als auch den Schutz dieser einzigartigen Region und ihrer Bedeutung für Menschen und Natur gewährleisten. Nachhaltigkeit bedeutet, ökologische, spirituelle und touristische Bedürfnisse gleichermaßen zu respektieren.

    Aktionsbündnis: Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen e.V.

    Michael Kloppenburg, 2. Vorsitzender

    20.01.2025

    Windkrafträder sollen nutzen und nicht schaden

    Jede Medaille hat zwei Seiten. Windkraftanlagen sind notwendig für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen, der Industrie mit Strom. Doch wo sie gebaut werden kommt es auch zu nachteiligen Entwicklungen, u.a. zur Zerstörung von Böden, von Landschaften und zur Tötung von Tieren. Deshalb ist bei der Planung von Standorten auf die Verträglichkeit mit der Umwelt zu achten. Landbesitz muss hierbei eine nachgeordnete Rolle spielen.

    Die Bezirksregierung Detmold hat die Umweltverträglichkeit bei Windenergieanlagen im Blick. Sie möchte etwa 14.000 Hektar Fläche für Windräder bereitstellen. Investoren stellen derzeit zu Hauf Anträge, da das Windkraftgeschäft lukrativ und gewinnbringend ist. Unter den Anträgen befinden sich auch Standorte, die für Windkraftanlagen nicht geeignet sind. Dazu gehören das Silberbachtal, der Teutoburger Wald und die Gauseköte. Diese wichtigen, touristische Ziele und Erholungsorte für Mensch und Tier in Lippe sind von Windkraftanlagen freizuhalten.

    Der deutsche Wald ist derart geschädigt, dass er seit sieben Jahren nicht mehr die Aufgabe als wichtigster Klimaschützer erfüllen kann, belegen der Bundes- und Landeswaldbericht NRW 2024. Deutsche Wälder produzieren CO2 aufgrund ihrer großflächigen Schädigungen, als CO2-Senken funktionieren sie nicht mehr. Deshalb müssen die Waldregionen geschützt werden. Nur so kann sich der Wald erholen und seine Funktionen wieder erfüllen.

    In den Wald Windkraftanlagen bauen zu wollen ist kontraproduktiv. Von erneuerbaren Energien kann hier nur eingeschränkt gesprochen werden, da Windkrafträder in Waldgebieten, den Wald zerstören und so der Klimawandel weiter vorangetrieben wird. Das Einbringen von Beton in den Boden, zur Befestigung der Anlagen, für Zufahrtswege und zur Wartung der Windräder, zerstört die Waldbodenbeschaffenheit nachhaltig. Wo Beton eingebracht wird, kann kein Baum, kein Strauch wachsen. Der Wald kann sich nicht erholen. Dringend notwendige Biotopverbände werden unterbrochen und auf Jahrzehnte hin zerstört.

    Geschützte Regionen achten

    Das Silberbachtal gilt als einer der Hotspotts der Biodiversität, einer von nur noch sehr wenigen in Deutschland. Das FFH-Gebiet Silberbachtal mit Ziegenberg (Kennung DE-4119-303) umfasst 138.7396 Hektar. Die Region ist streng geschützt. Hier wachsen Orchideen, leben seltene Fische (Groppe) und streng geschützte Vögel (Wachtelkönig, Uhu). Dieser Bestand ist einzigartig.

    FFH-Gebiete sind unter Schutz gestellt, weil sie Schutz notwendig haben. Der Regionalplan OWL berücksichtigt dieses bei seiner Windkraftplanung und spart solche Gebiete als mögliche Standorte für Windkraftanlagen aus. Seriöse Investoren halten diese Reglungen ein.

    Mit dem Regionalplan OWL nicht konforme Windkraftpläne abweisen

    Viele Bürgerinnen und Bürger wehren sich gegen die Pläne der Windkraftplaner in den Bereichen Silberbachtal, Teutoburger Wald und Gauseköte. Der normale Menschenverstand reicht aus um die Wald- und Landschaftszerstörung in dieser Region vorauszusehen. Deshalb wurden diese Bereiche bei der Planung von Windkraftanlagen im Rahmen des Regionalplans OWL herausgelassen. Die Regionalratkonferenz Detmold hat sich in Abstimmung mit der Bezirksregierung, den Landkreisen und Kommunen auf Flächen für Standorte für Windkraftanlagen geeinigt (Regionalplan OWL, F22). Diese demokratischen Abstimmungsprozesse sollten nicht von privaten Investoren unterlaufen werden.

    Dem Landesverband Lippe und Stefan Prinz zur Lippe mit ihren Investoren, steht es frei Kompromisse zu finden, unter anderem Flächentausch mit anderen Landbesitzern. Wir appellieren an die Verantwortung zum Erhalt der heimischen Wälder mit ihrer Flora und Fauna. Landbesitzer und Investoren müssen kompromissbereit sein und andere Standorte suchen.

    Zudem sind andere erneuerbare Energiemöglichkeiten als alternative Einnahmequellen zu prüfen, u.a. Solar- und Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Immobilien vom Landesverband sowie von Prinz Stefan zur Lippe. Der Immobilienbestand ist umfangreich, die Dachflächen groß und größtenteils derzeit ungenutzt.

    Wir unterstützen die Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadt Horn-Bad-Meinberg in ihrem Ansinnen den Bau der geplanten 33 Windkrafträder zu verhindern. Der Kreis Lippe möge den beantragten Vorbescheiden für die 33 Windkrafträder nicht zustimmen und die Nachschärfung der Bundesregierung zur Gesetzeslage von Windkraftanlagen, die NRW Ministerin Mona Neubaur angestoßen hat, abwarten.

     

    LIPPE ökoLOGISCH

    Helmut Krüger, Sprecher

    21.01.2025

    Windkraft im Wald: Beton und Naturerhalt

    Passt beides zusammen oder muss man sich entscheiden? Die Windenergie erlebt gerade den größten Boom in der Geschichte Deutschlands. In Deutschland sind nach Angaben der Bundesnetzagentur rd. 30.620 Anlagen mit einer Leistung von 72.700 MW in Betrieb (Stichtag: 31.12.2024). 2024 haben die Behörden bundesweit etwa 2.400 weitere Windräder genehmigt mit einer Gesamtleistung von etwa 14.000 MW. Das sind 85% mehr als 2023. Klar ist: Deutschland benötigt den Ausbau von erneuerbaren Energiezweigen, u.a. Windkraft, in den derzeit unruhigen Zeiten, geprägt durch den russischen Überfall auf die Ukraine.

    Aktuell führt Nordrhein-Westfalen den Windkraftausbau in Deutschland an. Die schwarz-grüne Landesregierung nannte beim Amtsantritt im Juni 2022 das Ziel: 1.000 zusätzliche Windkrafträder bis 2027. Der Kreis Höxter hat nach der Fachagentur Wind und Solar im Jahr 2024 einen Zuwachs von 132 Neuanlagen genehmigt. Das sind mehr Genehmigungen wie in Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

    Allerdings ist die Standortfrage von Windkrafträdern enorm wichtig, da damit auch Nachteile verbunden sind. Bis zu 90 Meter lange Rotorblätter, schwere Turmsegmente und Narben müssen mit etwa 15 Sondertransporten zu den Standorten gefahren werden. Das ist nur auf breiten Zuwege möglich, die u.a. durch Baumfällungen geschaffen werden müssen. Hinzukommen: Schattenwurf und Geräuschbelästigung bei naher Wohnbebauung, teilweise Tötungen von Vögeln (Schreddern durch Rotoren Blätter), große Massen von Betoneinbringungen in den Boden (z.T. 30 Meter tief) für die Fundamente, stabile Wege zum Transport der Baumaterialien, der Bauteile und betonierte Kranstandorte für mögliche Reparaturen von Windkraftanlagen. Teilweise kann Abhilfe geschaffen werden, u.a. Warnvorrichtungen für Vögel, damit sie den Rotorblättern ausweichen. Der Betoneinsatz ist jedoch unerlässlich, u.a. aus Sicherheitsgründen für die Standfestigkeit der Windräder. Das bedeutet eine großflächige und z.T. tiefe Versiegelung von Böden. Jeder weiß: Wo Beton eingebracht wird, wächst nichts mehr. Dennoch, teilweise müssen diese Nachteile in Kauf genommen werden, um den Ausbau der erneuerbaren Energie voranzutreiben. Windkraftanlagen im Wald sind allerdings besonders in den Blick zu nehmen.

    Windkraft: Naturverträglicher Ausbau

    Windkraftanlagen wurden bislang vorwiegend im Offenland gebaut, auf Äckern und Wiesen. Nun verbreitet sich die Idee vermehrt Windkraftanlagen in die Wälder zu bauen, da diese sowieso geschädigt und kaputt sind. Der Bundeswaldbericht belegt in Folge erschreckende Fakten für den Deutschen Wald: Nur jeder fünfte Baum ist laut Bundeslandwirtschaftsministerium noch gesund. Als wichtigster Klimaschützer funktioniert der Wald seit sieben Jahren nicht mehr, im Gegenteil. Der Wald kann kein CO2 mehr speichern, er produziert aufgrund seiner Schädigungen vermehrt CO2. Die von der Bundesregierung einberechnete Klimaschutzfunktion des Waldes als Gegenmaßnahme zum Stoppen oder Verlangsamen des Klimawandels funktioniert nicht mehr.

    Die logische Konsequenz wäre ein sofortiger, umfassender, nachhaltiger Waldschutz, damit sich durch natürliche Naturverjüngung, durch das Wachsen von kleinen Bäumchen, der Wald in den nächsten Jahrzehnten erholen und seine Klimaschutzfunktion wieder erfüllen kann.

    Aufgrund von forstwirtschaftlichen Fehlentwicklungen in der Vergangenheit (u.a. Fichtenmonokulturen) sind große Waldvernichtungsflächen, sogenannte Kalamitätsflächen entstanden. Hier könnten nun Windkrafträder gebaut werden, so lauten Ideen für den kranken Wald, paradoxerweise.

    Das vermehrt Windkraftwerke in Waldregionen entstehen sollen, wirft viele Fragen auf. An versiert für zahlreiche Windkraftanlagen sind Waldregionen, u.a. der Reinhardswald in Hessen und solche, die kürzlich zur Auswahl für die Ausweisung zu einem Nationalpark standen, wie der Teutoburger Wald/Egge Gebirge als „Nationalpark Egge“. Wälder, die als mögliche Nationalparkgebiete geeignet gewesen wären, sollen nun zu „Windkraftwälder“ werden?

    Dorothea Epperlein Waldexpertin von Greenpeace sagt dazu: „“Wir brauchen erneuerbare Energien – aber der Bau von Windrädern in geschützten oder ökologisch wertvollen Wäldern ist nicht akzeptabel und für den Klima- und Artenschutz absolut kontraproduktiv.“

    Windkrafträder im Teutoburger Wald: Toxisch für die Biodiversität und Walderholung

    Das ausgerufene Ziel von 1.000 neuen Windkrafträdern in Nordrhein-Westfalen könnte voraussichtlich erreicht werden. Das Ministerium für Wirtschaft Industrie Klimaschutz und Energie berechnete zum Stichtag 15.11.2024 einen netto Zubau von 86 Windkrafträdern und eine Genehmigung von 973 Windkrafträdern (noch nicht in Betrieb), berichtete „Der Spiegel“ (Die Blitzableitern, 4.01.2025, Seite 32-35). Die Crux daran ist, dass 40 % der beantragten Windräder in Gebieten liegen, die dafür vom Regionalplan nicht vorgesehen sind.

    Ministerin Mona Neubaur wollte deshalb den Behörden erlauben, die Genehmigungsverfahren für solche Anträge auszusetzen, um einen Wildwuchs zu vermeiden. Dieses Ansinnen wurde vom Oberverwaltungsgericht in Münster im September 2024 gekippt, da es voraussichtlich rechtswidrig sei. Eine Misere, die ein Vakuum und Streitigkeiten entstehen lässt.

    Die Standortfrage für Windkrafträder hat der Regionalplan OWL klar formuliert und festgelegt. Ausgenommen wurden Bereiche im Teutoburger Wald, Gauseköte, Silberbachtal und Hohlsteinhöhle aus guten Gründen. Hier befinden sich für Deutschland einzigartige Biodiversitätshotspotts nach Angaben vom Bundesamt für Naturschutz sowie Naturschutz- und Trinkwasserschutzgebiete.

    Der Landesverband Lippe und Stephan Prinz zur Lippe besitzen in diesen Regionen Waldflächen. Deshalb möchten sie gemeinsam mit Windkraftinvestoren, u.a. Städtische Werke Aktiengesellschaft Kassel, Windindustrieanlagen auf den Höhenzügen errichten. Derzeit sind 33 Anlagen mit einer Höhe von 263 Metern bzw. 247 Metern geplant. Um derartig große Anlage stabil bauen und warten zu können ist das Einbringen von großen Betonmassen notwendig, wie oben beschrieben, sowie das Fällen von Bäumen zum Bau der Anlagen und Wege. Kulturlandschaften und Lebensräume von geschützten Tierarten werden zerstört.

    Vorbescheiden nicht zustimmen, Gesetzeslücken schließen

    Private Investoren versuchen die entstandene Gesetzeslücke zu nutzen, gegen den Willen des Stadtrates Horn-Bad Meinberg (einstimmiger Beschluss gegen die Windkraftanlagen), gegen das Votum vieler Bürgerinnen und Bürger in Lippe und deutschlandweit, wie Bürgerveranstaltungen in der Region und die Online-Petition zeigen (https://www.openpetition.de/petition/statistik/keine-windkraftanlagen-in-den-waeldern-des-naturparks-eggegebirge-teutoburger-wald-2#petition-main).

    Sie negieren mit solchen Plänen schützenswerte und bedeutende Natur- und Kulturregionen, wie Velmerstod, Silberbachtal, Holsteinhöhle, Externsteine, Hermannsdenkmal, Adlerwarte Berlebeck, die von mehrfach ausgezeichneten Wanderwegen durchzogen sind, unersetzlich für den naturnahen Tourismus.

    Die Anstrengungen von den Städten und Kommunen den naturnahen Tourismus der Region weiter zu fördern würden beim Bau der Anlagen konterkariert. Das Staatsbad Bad Meinberg und Luftkurorte wie Holzhausen-Externsteine und Hiddesen sind auf die Natur angewiesen, um als Bäder und Luftkurorte gelten zu können und um Touristen anzuziehen. Das Silberbachtal und der Teutoburger Wald sind wichtige touristische Ziele in Lippe besonders aufgrund ihrer prämierten Wanderwege. Wer will hier wandern, wenn der Wald durch Windkraftanlagen und durch Beton zerstückelt wurde? Naturerlebnisse und Erholung würden die derzeitigen Windkraftpläne verunmöglicht. Die Regionalkonferenz Detmold hat geeignete Flächen für Windkraftanlagen ermittelt. Hieran sollten sich Investoren wie Waldbesitzer halten.

    Das Netzwerk LIPPE ökoLOGISCH fordert den Kreis Lippe auf die beantragten Vorbescheide für den Bau der 33 Windkraftanlagen nicht zu zustimmen. Die Bezirksregierung Detmold bitten wir die Regionalplanziele bezüglich des Windkraftausbaus umzusetzen. Die Bundesregierung möge die entstandene Gesetzeslücke schießen und schnell ein Gesetz erlassen, das klare Regeln für Windkraftanlagen beinhaltet und ausschließlich gewinnorientierte Ansinnen ohne Rücksichtnahme auf Naturbelange von Landbesitzern sowie Investoren unterbindet.