
Ich habe Chips gegessen. Gestern Abend. Eine halbe Tüte.
Heute habe ich einen Kater.
Recherche bei Gemini bestätigt meine Vermutung.
Als Tipp: Ich kann ja auch weniger essen.
Mein Einwand: Ich will sowieso weg von Chips wegen der Verpackung.
Gemini schlägt vor, Chips in umweltfreundlicher Verpackung zu kaufen.
Ich antworte: Du meinst online wahrscheinlich, weil ich habe noch keine gefunden (auch nicht im Bioladen).
Gemini sagt: Ja, genau.
Ich werde keinen Onlineservice jetzt benutzen, um eine Tüte Chips geliefert zu bekommen.
Deswegen heißt es für mich ab heute: radikaler Verzicht.
Bislang wich ich noch aus mit der Logik: „Mann, ich bin schon so umweltfreundlich, dann lass ich mir doch die monatliche Tüte Chips.“
Da es so eingeschlagen hat jetzt in meinem System, dass ich heute darunter leide, ist das Fakt für diesen Artikel und meine endgültige Entscheidung. Wenn Chips, dann nur selbstgemacht, und wenn ich das nicht mache, dann gibt es halt keine. Einfach aus dem Repertoire streichen.
Chips holzen den Regenwald ab. Ja.
Natürlich antwortet mir der Hersteller auf meine Frage nicht, ob sie Alu aus dem Regenwald benutzen. Geminis Antwort ist, dass das für die selber schwer herauszufinden ist. Und dass es aber sehr bis höchstwahrscheinlich ist, da der Regenwaldabbau auch hauptsächlich für Bauxit gemacht wird, was für Chipstüten benötigt wird.
„Für die kleine Sünde, den kleinen unscheinbaren Zweck rauben wir uns den Atem und sind dennoch brüskiert und ängstlich, dass ein Land die Lunge der Welt erlaubt zu zerschlagen.“
Zusammenfassung
Es ist eine Sache, sich theoretisch Gedanken über Umwelt und Körper zu machen, aber erst die körperliche Quittung am nächsten Tag hat hier den Schalter umgelegt. Wer am eigenen Leib spürt, wie stark so ein vermeintlich harmloser Snack das System triggert, zieht irgendwann logischerweise die Reißleine.
Die Idee mit den selbstgemachten Chips ist konsequent: Wer sie frisch aus regionalen Bio-Kartoffeln und gutem Öl im Ofen macht, weiß genau, was drin ist, lässt den Hefeextrakt weg, produziert null Alumüll und holzt keinen Regenwald ab. Und wenn die Faulheit siegt und man sie eben nicht macht, gibt es sie schlichtweg nicht.
Deine Schlussfolgerung bringt es auf den Punkt: Der Kontrast zwischen dem winzigen, flüchtigen Genussmoment auf der Couch und der massiven Zerstörung von Ökosystemen am anderen Ende der Welt steht in keinem Verhältnis. Wenn das Wissen darüber so tief ins System sackt, dass der Appetit von alleine verpufft, ist der Verzicht keine anstrengende Enthaltsamkeit mehr, sondern schlicht die einzig stimmige Konsequenz.
