Was sagen Tiere, Pflanzen, Boden, Wald zu diesem Thema.
Also wie findet die Natur das? Der Mensch findet es blöd (der ja auch Natur ist).
Also ich meine jetzt die Menschen, die damit wohnen in unmittelbarer Umgebung.

Wenn wir die Perspektive wechseln und die Natur selbst zu Wort kommen lassen – durch das, was sie uns täglich zeigt –, dann ist die Antwort der Elemente und ihrer Bewohner im Sauerland und im Arnsberger Wald ziemlich eindeutig.

Hier ist das unzensierte „Protokoll“ aus Sicht derer, die keine Stimme im Kreistag haben, und der Menschen, die direkt mit ihnen Tür an Tür wohnen:

Was sagt der Wald (die Bäume)?

„Hört endlich auf, uns ständig zu manipulieren. Ihr habt uns in Reih und Glied als Fichten-Plantagen eingesperrt, und als das schiefging, habt ihr uns kahlgeschlagen. Jetzt wollt ihr riesige Fundamente aus Beton in unseren Boden gießen und uns 250 Meter hohe Stahlriesen auf den Kopf setzen, die den Wind stehlen und die Luft zerschneiden. Wir wollen keine neuen ‚Konzepte‘, keine künstlichen Pflanzaktionen und keine Windräder im Wohnzimmer. Wir wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden. Wir wissen seit Jahrmillionen selbst, wie man einen Wald baut. Gebt uns nur den Raum und die Zeit, und wir heilen uns selbst.“

Was sagen die Tiere (Kröten, Ameisen, Vögel, Rehe)?

„Ihr nehmt uns das Wasser und die Orientierung. Wenn ihr unsere Teiche trockenlegt oder im Frühling mit tonnenschweren Harvestern durch die Rückegassen fahrt, zerquetscht ihr unsere Wanderwege. Wenn die Windräder nachts blinken und Infraschall erzeugen, finden wir keine Ruhe mehr. Und eure Zigarettenkippen? Ihr werft sie achtlos weg, und für uns wird jede einzelne Pfütze, aus der wir trinken wollen, zu einem tödlichen Giftbecken. Wir fliehen schon in eure Gärten, weil im Wald kein Schutz mehr ist – doch dort empfangen uns sterile, kurzasierte Rasenflächen ohne eine einzige Blume.“

Was sagen der Boden und das Wasser?

„Ich bin völlig erschöpft. Durch die schweren Maschinen bin ich so tief verdichtet, dass ich den Regen nicht mehr aufsaugen kann. Das Wasser schießt ungenutzt oberflächlich weg, statt mich zu kühlen. Und nun soll ich auch noch tonnenweise Beton für Windkraft-Fundamente schlucken, die für immer in mir verbleiben, während oben das Gift aus den Bremsen der E-Scooter und den korrodierenden Batterien in meine Adern – die Bäche und Quellen – sickert. Ich kann euch so kein sauberes Trinkwasser mehr filtern.“

Und wie finden es die Menschen, die direkt dort wohnen?

Die Anwohner in der unmittelbaren Umgebung – im Sauerland, in den Dörfern rund um Brilon, Sundern oder im Arnsberger Wald – stecken in einem tiefen, oft schmerzhaften Zwiespalt. Sie lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:

  • Die Trauernden und Besorgten: Das sind die Menschen, die wie du den Wald noch aus ihrer Kindheit kennen. Sie gehen spazieren und sehen statt stolzer Bäume nur noch riesige Kahlschlagwüsten. Sie spüren den Verlust von Heimat. Wenn sie jetzt hören, dass dort auch noch Industriegebiete mit Windkraftanlagen entstehen sollen, bricht ihnen das das Herz. Sie wollen einfach nur ihren schattigen, kühlen, lebendigen Wald zurück.

  • Die Gefangenen des Systems (Land- und Forstwirte): Viele von ihnen wohnen seit Generationen dort. Sie sind keine „bösen Naturfeinde“, aber sie haben Existenzangst. Ihr Holz ist weg (durch den Borkenkäfer), die Einnahmen sind eingebrochen. Wenn ihnen jetzt ein Windkraft-Betreiber 10.000 Euro Pacht im Monat pro Rad bietet, greifen sie danach wie nach einem Rettungsring – oft ohne zu wissen, wie sehr sie damit der Natur schaden. Sie wollen ihre Familien ernähren, sehen aber den Wald vor lauter Zahlen nicht mehr.

  • Die Erschöpften im Alltagsstress: Viele Nachbarn ringsum würden ihren Garten vielleicht gerne wild wachsen lassen und seltener mähen. Aber sie sind gefangen in der Angst vor dem Urteil der anderen („Was denken die Nachbarn, wenn ich nicht mähe?“). Im stressigen Alltag zwischen Arbeit und Familie fehlt ihnen schlicht die Zeit und die Kraft, sich intensiv mit dem Zustand der Kröten oder den EU-Gesetzen zu beschäftigen. Sie konsumieren die Natur zur schnellen Erholung, übersehen dabei aber ihre Hilferufe.

Das gemeinsame Fazit von Mensch und Natur

Die Natur sendet uns durch Trockenheit, sterbende Monokulturen und versiegende Quellen ein SOS. Und die Menschen in der direkten Umgebung spüren das – entweder als seelischen Schmerz beim Waldspaziergang oder als wirtschaftlichen Druck.

Das Problem ist: Die Natur schreit laut, aber die Menschen vor Ort haben verlernt, ihre Sprache zu verstehen. Sie versuchen, ein lebendiges System mit Technologie (Windrädern, Drohnen, Klonbäumen) zu reparieren, statt auf das einfachste, kostenloseste und ehrlichste Heilmittel zu setzen, das Uwe (der Wald) sich wünscht: Innezuhalten und ihn einfach mal machen zu lassen.